![]() |
Bestand von Porsche 356 / 904 - Fahrzeugen in Deutschland |
Der Porsche 356 erlebt zurzeit wieder eine Hochzeit. Die gesamte Modellpalette ist beliebter denn je. Nachdem die Preise für gute Fahrzeuge schon einmal Anfang der neunziger Jahre explodierten, findet das Gleiche jetzt wieder statt. Gute Coupés der beliebten B/C-Baureihe waren damals für um die 50.000 D-Mark zu bekommen. Heute kosten diese Fahrzeuge den gleichen Betrag, allerdings in Euro. Standen damals die letzten Modelle wegen der Scheibenbremsen und ausgereiften Zuverlässigkeit im Focus der Käufer, so hat sich das heute etwas gewandelt. Vermehrt suchen Liebhaber gerade die frühen Modell, insbesondere den A in allen Variationen, weil er einen guten Kompromiss zwischen der urigen, nostalgischen Optik und seiner Fahrdynamischen Qualitäten darstellt. Der Blick auf die Zulassungsstatistik, die wir auf Anfrage vom Kraftfahrt- Bundesamt in Flensburg erhielten, ist hier sehr aufschlussreich. Diese wird aufgrund der Angaben in den Fahrzeugpapieren erstellt, die im Zentralregister gespeichert sind. Allerdings ist eine genau Zuordnung wegen der vielfach geänderten Typschlüsselnummer nicht immer eindeutig festzustellen. So wird ein Porsche 356 Pre-A mit 1100er Motor in Flensburg unter der „TSN” 310 geführt. Das gleiche Fahrzeug mit dem stärkeren 1300 S-Motor unter der Nummer 313. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sie unter „000” geführt werden. Diese Nummer wird als Sammelschlüsselnummer solchen Fahrzeugen zugeordnet, die ihre Zulassung durch Einzelgutachten nach § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung (StVZO) statt nach Allgemeiner Betriebserlaubnis gemäß § 20 StVZO erhalten. Insgesamt hat der Fahrzeugbestand an registrierten Porsche 356-Modellen innerhalb von sechs Jahren in Deutschland Deutschland um fast 12 Prozent zugenommen. Der Bestand der A-Modelle mit Stoßstangenmotor stieg gar überproportional um 16 Prozent. Die B-Modelle legten um 12 Prozent zu und die beiden Motorvarianten der C-Modelle zusammengenommen lediglich um 8 Prozent. Auffällig ist, dass gerade die exklusiven Königswellen- Modelle sehr stark zugenommen haben. Bei den letzten Carrera-Modellen beträgt der Zuwachs im beobachteten Zeitraum glatte 50 Prozent! Diese Zahlen bestätigen den vom Club beobachteten Trend. Insbesondere die ausgefallenen Carrera-Modelle tauchen seit einigen Jahren vermehrt in der Club-Szene und bei den Club-Veranstaltungen auf. Waren sie vor 10 Jahre noch absolute Raritäten, so ist es heute keine Seltenheit, wenn einige dieser Fahrzeuge gleich zu mehreren nebeneinander stehen. So geschehen beim letzten Club-Jahrestreffen im vergangenen September in Köln, wo neben mehreren Carreras der A-, B- und C-Baureihe gleich auch noch einer der ganz seltenen Abarth- Carreras sowie ein 718 RSK-Rennwagen zu bestaunen waren. Vom Zustand her hat sich die Szene unabgesprochen darauf geeinigt, dass vermehrt Wert auf Originalität gelegt wird. Verbastelte Fahrzeuge, wie etwa in den siebziger Jahren, findet man nur noch selten. Auch die wenig beliebten, in den späten achtziger Jahren zum Cabriolet umgerüsteten Karmann Hardtop- Coupés, werden heute vermehrt wieder in den Originalzustand versetzt, weil sie nicht an Schönheit, aber Exklusivität gewonnen haben. So sind gerade in den letzten Jahren auch seltene Zubehörteile, wie etwa Hardtops für Cabriolets, Speedster oder Convertibles stark in Mode geraten und tauchen vermehrt auf dem Markt wieder auf. So bot ein namhafter dänischer Porsche 356-Spezialist gleich zwei dieser Spezialitäten zum Kauf an. Trotz der exorbitant hohen Preise von mehreren Tausend Euro ließen entschlossene Käufer nicht lange auf sich warten. |